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Burglengenfeld im Spiegel seiner Geschichte Reiche geschichtliche Erinnerungen nennt die Stadt Burglengenfeld ihr eigen. Schon zur Merowingerzeit  hatten sich an der Stelle der heutigen Vorstadt Siedler niedergelassen. Als Grenzmark vermittelte diese  Niederlassung den Verkehr zwischen Germanen und Slaven. In der Geschichte des 11. Jahrhunderts  begegnet uns zum ersten Male eine Nachricht von der Burg von Lengfeld, die damals im Besitz der Grafen  von Lengfeld, Hopfenohe und Pettendorf stand. Als der männliche Stamm dieses Geschlechtes im Jahre  1119 ausstarb, kam Lengfeld durch die Vermählung der Erbtochter Heilica mit dem Pfalzgrafen Otto V. an das  Haus Scheyern-Wittelsbach. Die Niederlassung nahm nun eine rasche Entwicklung, begünstigt durch  mehrere Freiheitsbriefe, die den „Bürgern auf der Burg und dem Markt zu Languellt" ausgestellt wurden.  Unter Ludwig dem Strengen wurde Lengenfeld für einige Zeit zum zweiten der beiden Vizedomämter  Oberbayerns und damit zur zweiten Hauptstadt Oberbayerns. Schicksalsschwere Jahre kamen aber bald  über die von den Wittelsbacher Fürsten, darunter Kaiser Ludwig der Bayer, oft besuchte Burg und Stadt  Mehrmals wurde die Stadt „versetzt". Am 15. November 1542 verliehen die Kurfürsten Ottheinrich und Philipp  ihrer Residenz Lengenfeld das eigentliche Stadtrecht und das neue Wappen, das im oberen Felde den Kopf  des pfälzischen Löwen enthält, nachdem hundert Jahre vorher, am 6. Januar 1442, der Ort durch den  Pfalzgrafen Johann bereits gewisse Stadtrechte erhalten hatte. Um den Beginn des 16. Jahrhunderts wurde  auch das Pflegerhaus (ehemaliges Landratsamtsgebäude) erbaut; in dem der Landrichter des „gewaltigen  Landgerichts im Nordgau" residierte. Die nach vielfachen Brandschatzungen immer wieder aufgebauten und  stets mehr verstärkten Befestigungen der Stadt und der Burg sind jetzt zwar zum großen Teil verfallen, aber  in einigen Umrissen noch erhalten. In den Jahren 1627 und 1713 wurde die Stadt von der Pest schwer  heimgesucht, hieran erinnert heute noch das in Erfüllung eines Gelöbnisses erbaut, später an anderer Stelle  wiedererrichtete Sebastianskirchlein. Die Naabbrücke, welche die Stadtteile zwischen beiden Ufern verband,  fiel mehrmals Hochwassern und Eisgang anheim; in den Jahren 1596, 1709 und 1819 wurde sie vom Eis  vollständig zerstört. Im Jahre 1870 wurde sie als Eisenbrücke und im Jahre 1925 in Eisenbeton neu  aufgeführt. Die seit dem Jahr 1976 neue „Pithiviersbrücke“ wurde nach der französischen Partnerstadt von  Burglengenfeld benannt. Die großen Märkte, die in Lengenfeld im Mittelalter stattfanden, zogen  Handeltreibende aus allen Gauen Bayerns, Böhmens, Sachsens, Württembergs und Badens an. Zu dem  lebhaften Verkehr trug auch die große Brauereiindustrie bei, die im Mittelalter in der Stadt empor blühte. 46  noch heute vorhandene, wenn auch zum Teil aufgelassene Bierkeller in romantischer Lage am südlichen  Naabufer unterhalb des Kreuzberges zeugen von der Glanzzeit dieses Gewerbes der Stadt.  Das heutige Burglengenfeld hat im Wechsel der Zeiten seine einstige Bedeutung in staatspolitischer Hinsicht  eingebüßt, dafür aber hat die Stadt immer mehr das Gepräge eines Fremden- und Sommeraufenthaltsortes  angenommen. In der Tat bietet Burglengenfeld für jeden, der Freude an der Natur hat und Erholung sucht,  angenehmen Aufenthalt. Abwechslungsreiche Spaziergänge offenbaren immer wieder neue Bilder  landschaftlicher Schönheit. Aber nicht nur in die örtliche, auch in die zeitliche Ferne geht der Flug der  Gedanken. Die schon erwähnten, nicht unbeträchtlichen Überreste der gewaltigen, 2,38 ha großen alten Burg  und ihre Befestigungsanlagen, namentlich die drei Türme (der quadratische Bergfried, der Pulverturm und der  hohe, runde Turm) sowie das untere Tor der Burgmauer, außerdem das aus dem Ende des 16. Jahrhunderts  stammende breitgiebelige Rathaus, das noch sehr gut erhaltene, im gleichen Jahrhundert entstandene  Altmannsche Schlößchen am Fuße des Burgberges, eine Anzahl alter Bürgerhäuser und Teile der alten  Stadtmauer mit mehreren romantischen Türmchen und vieles andere erinnern immer wieder an die  schicksalsreiche Vergangenheit der Stadt.  
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